Kastendoppelfenster in Berliner Altbauten - Sanierung und Nachbau

Aktuelles

Das seit etwa 200 Jahren bekannte Kastendoppelfenster war bis zum Ende des Ersten Weltkrieges das übliche Fenstermodell bei Bauten in Mittel- und Nordeuropa. Sein herausragendes Merkmal besteht darin, dass zwei einzelne Fenster eine konstruktive Einheit bilden. Heute heißt es vielfach, die aus der Gründerzeit stammenden Kastendoppelfenster erforderten viel Pflege und seien undicht. Die Folge davon: Unzählige der Holzrahmen mit feinen Profilen sowie verzierte Messinggriffe werden entsorgt.

Kastendoppelfenster vor der Sanierung

Dass dabei bedenkenlos historische Substanz vernichtet wird, scheint vielen Beteiligten nicht klar zu sein. Abgesehen davon leiden das äußere Erscheinungsbild und die architektonische Harmonie eines Altbaus fast immer massiv unter dem Einbau neuer Fenster mit groben Rahmen und Zargen. So wird die charakteristische Feingliedrigkeit historischer Fassaden zerstört. Das ist besonders schade, weil sich die dreidimensional wirkende Optik der Altberliner Doppelfenster mit nach innen aufschlagenden Flügeln und die noch vorhandenen Außenstuck-Elemente oft perfekt ergänzen.

Kastendoppelfenster nach der Sanierung

Messungen des Bezirksamtes ergaben außerdem, dass es sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll ist, Kastendoppelfenster zu erhalten. Peter Schrage-Aden, Klimabeauftragter des Umwelt- und Naturschutzamtes, nennt dafür vier Gründe: Die Sanierung alter Fensterbestände spart Energie und Rohstoffe. Beim Einbau neuer Fenster in kalte Wände lauert zudem Schimmelgefahr. Drittens ist eine Förderung der Sanierungsmaßnahmen seitens der Kreditanstalt für Wiederaufbau möglich, weil auch ein hundertjähriges Kastendoppelfenster die Anforderungen an Wärmeschutz und Energieeinsparung erfüllen kann. Nicht zuletzt profitiert das lokale Handwerk von einem Umdenken bei der Altbausanierung.

Fenster während der Sanierung

Zurück

« Sanierung Glasdach Berlin Denkmalschutz +++